Allgemeine Beförderungsbedingungen für Seilbahnen und Schlepplifte

§ 1 Geltungsbereich

1. Die durch Aushang bekannt gemachten Allgemeinen Beförderungsbedingungen gelten für die Beförderung von Personen und Sachen und beim Aufenthalt auf dem Betriebsgelände. Zum Betriebsgelände gehören die Schlepplift-Trassen, der Einsteig-, Ansteh- und Wartebereich und deren Zugänge.

2. Soweit für Wanderwege, Klettersteige, Abfahrtsstrecken usw. eine Haftung des Liftes nach den Grundsätzen der Verkehrssicherungspflicht oder aus anderen Gründen besteht, wird auf § 9 Abs. 2 verwiesen. Über deren Benutzung entscheidet der Benutzer eigenverantwortlich in freier Einschätzung seiner persönlichen Befähigung; auf die allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen sowie auf international anerkannte Verhaltensregeln (z.B. FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder) und die DSV-Tipps wird hingewiesen. Pisten- und Wegekennzeichnungen sind im eigenen Interesse zu beachten. Die Verkehrssicherungspflicht auf Pisten endet mit der letzten Bergfahrt des Liftes (Uhrzeit siehe Aushang). Danach sind die Pisten geschlossen.

§ 2 Ordnung und Sicherheit

Allgemein gültige Bestimmungen:

  1. Die Benutzung der Liftanlagen und Abfahrtspisten erfolgt auf eigene Gefahr
  2. Beim Skibetrieb sind die Skiläufer/Snowboarder zur ständigen Vorsicht und gegenseitigen Rücksicht angehalten.
  3. Schilder zur Regelung des Verhaltens der Fahrgäste sind verbindlich.
  4. Vom Liftpersonal gegebene Anweisungen zur Durchführung des Betriebes, zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Sicherheit und Ordnung innerhalb der Schleppliftanlagen ist unverzüglich Folge zu leisten.
  5. Sofern das Liftpersonal keine abweichende Anordnung trifft, ist es nicht gestattet:
    a) die Schlepplifttrassen, die Umlenkstationen und die Räume auf dem Betriebsgelände, die nicht bestimmungsgemäß der Allgemeinheit oder den Fahrgästen geöffnet sind, zu betreten
    b) die Anlagen und Betriebseinrichtungen zu beschädigen oder zu verunreinigen, Hindernisse zu schaffen, die Bahnen oder Fahrbetriebs-mittel unbefugt in Bewegung zu setzen, die dem Betrieb oder der Verhütung von Unfällen dienenden Einrichtungen zu betätigen, andere betriebsstörende oder betriebsgefährdende Handlungen vorzunehmen oder die Stützen zu besteigen.
    c) an anderen als dazu bestimmten Stellen und als der dazu bestimmten Seite ein- und auszusteigen.
    d) während der Fahrt Gegenstände wegzuwerfen sowie sich von den Stützen der Anlage abzustoßen.
  6. Nach Beendigung der Fahrt sind die Lifte an den Ausstiegsstellen in der angezeigten Richtung zügig zu verlassen.

Bestimmungen für die Beförderung mit Schleppliften:

  1. Die Benutzung eines Schleppliftes setzt voraus, dass der Fahrgast die erforderliche Übung und Fertigkeit für die sichere Beförderung besitzt, damit er Dritte und den Betriebsablauf nicht gefährdet.
  2. Schlepplifte sind bestimmungsgemäß zu benutzen. Es ist insbesondere nicht gestattet:
    a) weitere Personen mitzuschleppen; das Mitnehmen von Kindern kann vom Bahnpersonal zugelassen werden.
    b) mutwillig aus der Spur zu fahren (Slalomfahren).
    c) sich ohne Notlage nur mit den Händen am Bügel festzuhalten und schleppen zu lassen, es sei denn, dass die Bauart des Schleppliftes dies erfordert.
    d) den Schleppbügel zwischen die Beine zu nehmen, soweit es sich nicht um Schleppteller handelt.
    e) die Schlepptrasse außer zur Beförderung zu betreten.
  3. Das Queren der Schlepptrasse ist nur an den dafür vorgesehenen Stellen erlaubt und hat zügig zu erfolgen;der Schleppbetrieb hat Vorrang.
  4. Die Fahrt kann nur an der Talstation begonnen und an der Bergstation beendet werden. Bei einem Sturz während der Fahrt sind die Schleppbügel usw. sofort freizugeben; die Schlepptrasse ist unverzüglich freizumachen.
  5. Snowboards und ähnliche Wintersportgeräte müssen mit Stoppern ausgerüstet oder mittels Fangriemen am Fuß des Benutzers festgeschnallt sein.
  6. Snowboard-Fahrer müssen bei der Fahrt im Schlepplift den Schuh aus der rückwärtigen Bindung nehmen und den Fuß frei auf eine rutschfeste Unterlage zwischen den Bindungen auf dem Brett abstützen.
  7. Soweit möglich sind Doppelbügel von zwei Personen zu nutzen.
  8. Die Skipisten dürfen ohne Ski/Snowboard weder betreten noch sonst wie befahren werden. Ausgenommen hiervon sind Fahrzeuge zur Wartung und Pflege der Pisten.
  9. Es ist insbesondere verboten, auf den Skipisten zu rodeln oder abfahrtsbehindernde Gegenstände anzubringen.
  10. Das Aufstellen von Torlaufstangen bedarf in jedem Falle der Genehmigung der Betriebsleitung.
  11. Die Benutzung von Schleppliften mittels Schlitten ist nicht gestattet; ausgenommen ist die Beförderung von Rettungsgeräten.
  12. Andere Sportgeräte wie Gleitschirme, Skibobs o.ä. werden nur nach besonderer Absprache mit dem Betriebspersonal befördert.

§ 3 Beförderung von Personen

  1. Der Fahrgast hat Anspruch auf Beförderung, soweit nach dem (z.B. Bayer.Eisenbahn- und Seilbahn-) Gesetz oder sonstigen Vorschriften eine Beförderungspflicht besteht und die Beförderung mit den vorhandenen Anlagen möglich und zulässig ist. § 8 bleibt unberührt.
  2. Die Beförderungszeiten werden durch Aushang bekannt gemacht.
  3. Auf begründetes Verlangen von Fahrgästen mit Behinderung werden die Fahrbetriebsmittel zum Ein- und Aussteigen angehalten oder wird ihre Geschwindigkeit herabgesetzt. Eine Gewähr für die Eignung der Anlagen zur Beförderung von Fahrgästen mit Behinderung wird nicht übernommen.

§ 4 Beförderung von Sachen

  1. Die Mitnahme von Tieren, Handgepäck und Sportgeräten usw. ist nur insoweit gestattet, als dadurch keine unzumutbaren Belastungen und keine Gefahren für Personen, Sachen oder den Lift entstehen.
  2. Die Mitnahme von Schusswaffen, explosionsfähigen, leicht entzündbaren oder ätzenden Stoffen, ist verboten, es sei denn, dass sie von Personen in Ausübung hoheitlicher Aufgaben oder von Jagdberechtigten mitgeführt werden. Für jeglichen Schadensfall aus der Mitführung dieser Gegenstände tragen sie selbst oder ihre Dienstherren die uneingeschränkte Haftung.

§ 5 Ausschluss von Beförderung

  1. Von der Beförderung können Personen ausgeschlossen werden,
    - die gegen die Beförderungsbedingungen verstoßen oder die Anweisungen des Liftpersonals nicht befolgen.
    - die durch eigenes Fehlverhalten – auch beim Anstellen – für Fahrgäste eine unzumutbare Belästigung darstellen, den Betriebsablauf erheblich stören oder den Betrieb in unzumutbarer Weise schädigen.
    - die betrunken sind oder andere Rauschmittel zu sich genommen haben.
    - die sich ohne gültigen Fahrausweis oder mit einer auf eine andere Person ausgestellte Fahrberechtigung oder mit einem weitergegebenen Fahrausweis befördern lassen.
    - die mit ansteckenden bzw. ekelerregenden Krankheiten behaftet sind oder den Anstand verletzen.
  2. Der Fahrausweis kann Personen zeitweise oder auf Dauer entzogen werden,
    - die die Sicherheit an den Liftanlagen gefährden; die Verbote, Gebote und Hinweise missachten.
    - die gesperrte oder geschlossene Pisten befahren; die bezeichnete Wald-, Wild- und Schongebiete betreten oder befahren.
    - die durch Missachtung der FIS-Regeln Dritte gefährden oder verletzen.
  3. Neben dem Entzug des Fahrausweises bleibt eine Anzeige im Straf- oder Bußgeldverfahren vorbehalten

§ 6 Fahrpreise und Fahrausweise

  1. Die Benutzung der Anlagen ist nur Personen gestattet, für die ein Fahrausweis gelöst ist. Der Fahrgast ist verpflichtet, auf Verlangen den Fahrausweis jederzeit zur Prüfung vorzulegen und diesen bestimmungsgemäß bei sich zu tragen.
  2. Der Fahrausweis ist grundsätzlich nicht übertragbar. Ausnahmen bestimmt der Tarif.
  3. Für Inhaber von persönlichen Zeitfahrausweisen besteht Ausweispflicht. Kinder und Jugendliche müssen sich über ihr Alter ausweisen, sofern das Alter nicht aufgrund der Körpergröße einwandfrei festgestellt werden kann.
  4. Die Fahrpreise werden durch Aushang bekannt gegeben.
  5. Bei nicht oder nur teilweiser Benutzung eines Fahrausweises wird auf Antrag und in begründeten Einzelfällen gegen Rückgabe des nicht oder nur teilweise entwerteten Fahrausweises ein Ausgleich gewährt. Anträge sind unverzüglich bei der Geschäftsleitung des Liftes zu stellen, wobei die Gründe vom Antragsteller nachzuweisen sind.
  6. Bei Verlust des Fahrausweises wird im Grundsatz kein Ausgleich gewährt.

§ 7 Erhöhtes Beförderungsentgelt

  1. Ein Fahrgast ist zur Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgeltes verpflichtet, wenn er
    - sich keinen gültigen Fahrausweis beschafft hat.
    - sich einen gültigen Fahrausweis beschafft hat, diesen jedoch bei einer Überprüfung nicht vorzeigen kann.
    - den Fahrausweis nicht oder nicht unverzüglich beim Durchschreiten der Sperre/Kontrolle entwertet hat oder entwerten ließ.
    - den Fahrausweis auf Verlangen nicht zur Überprüfung vorlegt.
    - widerrechtlich einen Fahrausweis benutzt, oder mit einem gefälschten Fahrausweis angetroffen wird.
    Eine Anzeige im Straf- oder Bußgeldverfahren bleibt vorbehalten. Die Vorschriften unter den Nummern 1 und 3 werden nicht angewendet, wenn das Beschaffen oder die Entwertung des Fahrausweises aus Gründen unterblieben ist, die der Fahrgast nicht zu vertreten hat.
  2. Das erhöhte Beförderungsentgelt des Abs. 1 beträgt das Zweifache des für diese Beförderung vorgesehenen Fahrpreises, mindestens jedoch 30 €.
  3. Etwaige weitergehende Ansprüche bleiben unberührt.

§ 8 Entbindung von der Beförderungspflicht

Ereignisse höherer Gewalt, z.B. Witterungsverhältnisse, sowie Streik, Aussperrung, Betriebsstörungen oder unvorhersehbare Umstände, die die Sicherheit des Fahrbetriebes beeinträchtigen können, lassen die Beförderungspflicht um die Dauer der Behinderung und einer angemessenen Anlaufzeit verschieben oder wegen nicht behebbaren oder nicht zeitgerechten Behebungen entfallen.

§ 9 Haftung und Schadenersatz

  1. Der Lift haftet nach den jeweils gültigen unabdingbaren gesetzlichen Bestimmungen.
  2. Im Übrigen haftet der Lift nur für Verschulden, wenn ihm, den gesetzlichen Vertretern, den leitenden Angestellten oder den Erfüllungs-gehilfen (einschl. Hilfskräften) Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Dies gilt nicht, wenn Leben, Körper oder Gesundheit des Geschädigten betroffen sind.
  3. Alle nicht ausdrücklich erwähnten Ansprüche sind, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen.

§ 10 Datenschutz

Eine Erhebung, Verarbeitung, Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten des Fahrgastes erfolgt unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

§ 11 Verjährung

Die Verjährungsfrist bemisst sich nach den gesetzlichen Bestimmungen; Punkte- sowie 10 und 20 Stunden-Karten verlieren 2 Jahre nach Kaufdatum Ihre Gültigkeit.

§ 12 Erfüllungsort und Gerichtsstand

  1. Erfüllungsort ist der Sitz der Betreibergesellschaft.
  2. Gerichtsstand für alle Klagen gegen den Skilift ist der Sitz der Betreibergesellschaft

§ 13 Teilnichtigkeit

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Beförderungsbedingungen ganz oder teilweise unwirksam oder nichtig sein, so bleiben die übrigen Vorschriften verbindlich.

Wertach, 01.01.2016

Buron Skilifte

Betreibergesellschaft: MaXL GmbH & Co. KG